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Mehr als ärgerlich - absolut keine Kaufempfehlung!
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Naturwissenschaft: Was man wissen muss, um die Welt zu verstehen (Gebundene Ausgabe) Was man wissen muss, um die Welt zu verstehen (Untertitel); ein Buch über Naturwissenschaft also - und das ohne eine einzige Abbildung (außer dem nicht von der Autorin stammenden Insektenflügel auf dem Umschlag)! Das ist schlimmer als die berühmte 'Kreidechemie', die so vielen Menschen die Chemie verleidete, weil sie nur an der Tafel stattfand. Überhaupt ist das Kapitel Chemie so ziemlich das Schlimmste, was mir je untergekommen ist; ein paar Beispiele sollen dies belegen: - Da hat Stickstoff einerseits (S. 171) 5 Elektronen in der äußeren Schale (es gibt halt auch das nicht erwähnte N2O5), zwei Seiten weiter aber nur 3 Elektronen! Was also denn nun? - Wiederum eine Seite weiter wird die reaktionsträge Dreifachbindung des molekularen Stickstoffs bemüht, die enorme Energiefreisetzung von Sprengstoffen zu erklären, die aber (wie TNT, Nitroglycerin, Nitrocellulose) zumeist nicht 3-, sondern 5-fach gebundenen Stickstoff, zumal in Vergesellschaftung mit Sauerstoff, enthalten. - Oder der Diamant (S. 183): "Hier ist jedes Kohlenstoffatom kovalent mit vier anderen verbunden [...], und zwar [...] nach rechts, nach links, nach oben und nach unten" was für die (kleinstmögliche) Elementarzelle ziemlich einleuchtend eine (falsche) Würfelform ergibt. Was hätte hier ein einfaches Tetraeder-Abbild ermöglicht! Der Tetraeder wird zwar anschließend erwähnt, aber in Form dreidimensional makellos angeordneter Ringe... Wo gibt es da Ringe im Diamanten? - Dann (S. 187) wird es schlicht falsch: "Die unmissverständlichste chemische Verwandlung ist die Zustandsveränderung eines Stoffes" - fest, flüssig, gasförmig. Das wird genau vier Seiten weiter zwar (richtig) als physikalisch dargestellt, steigert jedoch nur die Verwirrung bei jemandem, der diesem Unsinn etwas abgewinnen will. Und so fort...
Hätte ich mich hierdurch animieren lassen können, Chemie zu studieren? Nie und nimmer! Es war die faszinierende Experimentalwelt der Chemie, die sich in Worten kaum ausdrücken lässt, sondern erlebt werden muss.
Soviel zur Chemie. Leider sind die anderen Kapitel, z.B. Evolutions-, Molekularbiologie, Geologie nicht viel erhellender. Irgendwie bemüht zusammengestoppelte Einzelfakten, die kein ganzes Bild ergeben und die man sich preiswerter auch im Internet zusammensuchen kann. Plattentektonik, z.B., lässt sich ohne ein Profilbild eigentlich nicht wirklich verstehen.
Die bemüht-witzige Diktion, die mich schon bei Bill Brysons 'Eine kurze Geschichte von fast Allem' auf den Senkel ging, hilft dem Buch leider überhaupt nicht. Manch Vergleich ist zwar durchaus stimmig: "Mickymaus ist hier ein Wassermolekül..." aber was ist an diesem Bild eklatant unseriös (S. 177)? "Goldlöckchen-Planet" (u.a. S. 188) ist da in DE schon ungewohnter.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 25. Januar 2012 |